Im TECHNOSEUM entdeckt: Der Sanitas Fön

Wurde als „Heißluftdusche“ oder „elektrische Luftdusche“ beworben: Der Sanitas Fön.

Stufe 1 oder 2, kalt oder warm? Wer seine Haare schnell trocknen möchte, greift zum Haartrockner. Und in nahezu jedem Badezimmer ist einer zu finden. Anfang des 20. Jahrhunderts war dieser Luxus allerdings noch völlig neu.

Fönen und heilen
Vor dem Fön gab es das Rubbeltuch, das nach dem Haarewaschen die Nässe aufsaugte. Mit dem Einzug der Elektrizität in die Haushalte kamen auch die Haartrockner auf den Markt. Die erste Haartrockenmaschine der Firma Sanitas aus dem Jahr 1899 wog stolze zwei Kilogramm und war nicht ganz ungefährlich für die Haare und die Benutzer: Mit 90 Grad kam die Luft aus dem „Foen“. Keine Spur von einer Temperaturregulierung. Stattdessen produzierte er auch schon mal Rauch oder sprühte Funken. Dafür schrieb man ihm und seinen Nachfolgemodellen heilende Kräfte zu: Gegen die betroffene Körperstelle gehalten, sollte die warme Luft angeblich bei Hauterkrankungen und Rheuma helfen.
Nicht jeder ist ein „Fön“
Die Sanitas-Ingenieure hatten sich bei der Namensfindung bei dem warmen Südwestwind „Föhn“ bedient, aber das „H“ und den Umlaut dabei bewusst weggelassen. Nach der Entwicklung von mehreren Nachfolgemodellen lässt sich das Unternehmen im Januar 1909 den Namen „Fön“ im Markenregister sichern und prägt damit für die weiteren Jahrzehnte die Produktbezeichnung. Seit der Übernahme durch die AEG (Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft) in den 1950ern durften andere Hersteller ihre Produkte auch nicht mehr als „Fön“ bezeichnen, dies blieb ab diesem Zeitpunkt allein der AEG vorbehalten.

Duschen mit Luft

Die „Heißluftdusche“ oder „elektrische Luftdusche“, wie der Duden Haartrockner in den 1930er Jahren noch beschrieb, wurde erst in den 50er Jahren zum Allgemeingut. Die Geräte waren preiswerter und leichter, nicht zuletzt, weil sie vermehrt aus Kunststoff gefertigt wurden. Der Sanitas Fön, der im TECHNOSEUM zu sehen ist, gehört allerdings noch zu den Vorgängern und stammt aus der Zeit zwischen 1925 und 1935, denn das Gehäuse ist noch vollständig verchromt. In dem schwarzen Holzgriff ist der Drehschalter zum Ein- und Ausschalten eingelassen.

Wo im TECHNOSEUM?
In der Sonderausstellung „Die Sammlung 2. Der elektrische Haushalt“ noch bis zum 27. Juli 2014 zu sehen.

Dieser Beitrag wurde unter Im TECHNOSEUM entdeckt abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten auf Im TECHNOSEUM entdeckt: Der Sanitas Fön

  1. Juliana sagt:

    Dass der “Fön” markenrechtlich durch AEG geschützt ist, wusste ich noch gar nicht. Ich habe mich schon gewundert, warum ausschließlich AEG dieses Wort im Produktnamen benutzt. Der verchromte Föhn gefällt mir vom Design aber sehr gut und es wäre bestimmt ein richtiger Hingucker im Gegensatz zu all den Kunststoff-Föhns, wenn man dieses Design auch mit der neuesten Technik verbinden könnte.

  2. Felix sagt:

    Wow! Wirklich ein Stück Geschichte, das ihr da ausgestellt hattet. Könnt ihr mir zufällig weiterhelfen und mir verraten, wo man den Fön jetzt sehen kann, wenn er nicht mehr bei euch ist?

    • TECHNOSEUM sagt:

      Hallo Felix,
      der Fön war im Rahmen der Sonderausstellung zum elektrischen Haushalt zu sehen. Wir hatten ihn und andere Modelle für die Ausstellung aus unserem Depot geholt, da ist er nun auch wieder seit Ende der Schau. In unserer Dauerausstellung können wir aber mit einem historischen Friseursalon dienen, inklusive einem Parfümautomaten!
      Viele Grüße

    • Korbinian sagt:

      Hallo,

      in der Ausstellung zum Anthropozän im dt. Museum gibt es verschiedene Foens zu sehen.

      gz

  3. Mr. Föhn sagt:

    Wo bekomme ich den Sanitas Föhn am günstigsten ? Kennt jemand einen guten Shop ?

  4. Daniel Jung sagt:

    Super Beitrag, ich find es immer wieder Faszinierend, wie schnell sich doch die Technik
    entwickelt und fortbewegt. Heutzutage, gibt es soviel schnick schnack an allen neu Geräten, das man garnicht mehr weiß wo man anfangen soll. Es ist Wahnsinn was die Technik für Fortschritte macht und in welcher Zeit.

  5. Doreen sagt:

    Hallo – ich habe den oben abgebildeten Fön – Seriennummer 187361 – kann mir jemand verraten aus welchem Alter er ist und welchen Wert er hat?

  6. Locken sagt:

    Für diesen Föhn würde ich mich auch interessieren, woher bekomme ich so einen.

    MfG

  7. Viktor sagt:

    Hallo TECHNOSEUM,

    sehr guter Beitrag! Was den Satz “Nicht jeder ist ein „Fön“” betrifft, hast du recht. Allerdings muss ich sagen, heutzutage haben “fast” alle Geräte jede Funktion die ein Fön besitzen kann integriert. Schauen wir mal was uns die Zukunft für neue Technologien im Bereich “Fön” bereitstellt =)

    Schönen Tag noch =)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>