Im TECHNOSEUM entdeckt: Der Hanomag 2/10 PS

Klein, kompakt und kostengünstig: Der Hanomag Typ 2/10 PS war schon lange vor dem VW Käfer eines der ersten erschwinglichen „Volksautos“. Insgesamt liefen zwischen 1925 und 1928 15.775 Exemplare des Fahrzeugs vom Band. Wegen seiner kantigen Form erhielt es den Beinamen „Kommissbrot“. Ein besonders gut erhaltenes Modell ist der neueste Zugang in der Automobilbau-Ausstellung.

Der Smart der 20er Jahre
Der Smart ist keine völlig neuartige Erfindung: Es gab nämlich schon den Hanomag! Das Fahrzeug brachte nur 370 Kilogramm auf die Waage, bei einer Länge von gerade einmal 2,78 Meter. Mit einem 10 PS starker Einzylinder-Viertaktmotor ausgestattet, konnte man bis zu 60 Stundenkilometer flitzen. Und ein weiteres Merkmal macht den Mini zu einem Großen in der Auto-Geschichte: Das Auto war das erste mit einer selbsttragenden Karosserie, die später von den meisten Herstellern übernommen wurde – es symbolisiert somit den Übergang hin zum modernen Karosseriebau. Zudem ist das Modell eines der ersten, das in Deutschland in Fließbandproduktion hergestellt wurde. Der Wagen wurde 1924 von den Konstrukteuren Fidelis Böhler und Carl Pollich entwickelt, die bei der Hannoverschen Maschinenbau AG, abgekürzt Hanomag, tätig waren. Die Firma baute nicht nur PKW und LKW, sondern auch Bau- und Zugmaschinen, Ackerschlepper sowie Dampflokomotiven. Den Hanomag Typ 2/10 PS gab es nach dem Baukasten-Prinzip somit auch als Limousine, Liefer- und Pritschenwagen.

Restaurierte Rarität
Der Hanomag, der im TECHNOSEUM zu sehen ist, ist ein zweisitziges Cabriolet mit Klappverdeck aus einer sehr frühen Serie. Weniger als 20 Fahrzeuge dieses Typs gibt es heute noch. Der Wagen wurde in 17-jähriger Arbeit von dem Ludwigshafener Zahnarzt und Oralchirurgen Dr. Udo Kirsch mit Liebe zum Detail restauriert. Dabei hatte der Autoliebhaber auf kuriose Details Wert gelegt, die den Hanomag ausmachten, wie etwa den rechtsseitigen Fahrersitz, die Tür auf der Beifahrerseite und den einzelnen, mittig angebrachten Scheinwerfer. Um loszufahren, musste man den Mini per Seilzug anlassen, ähnlich wie bei einem Rasenmäher. Im September 2017 schenkte die Ehefrau des 2010 verstorbenen Tüftlers, die Journalistin Waltraud Kirsch-Mayer, das restaurierte Schmuckstück dem TECHNOSEUM, wo es seitdem die Automobilbau-Ausstellung komplettiert.

Wo im TECHNOSEUM? Auf der Ebene F.

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