Im TECHNOSEUM entdeckt: Die hölzerne Würfelsonnenuhr

Würfelsonnenuhr

Eine Würfelsonnenuhr zeigt auf fünf Seiten die Uhrzeit an.

Einer der ältesten Zeitmesser überhaupt waren Sonnenuhren. Sonnenuhren zeigten aufgrund des Sonnenstandes mit Hilfe eines Stabes, der als Zeiger diente und Schatten warf, die Tageszeit an. Der Schatten bewegte sich dabei über den Tag verteilt über ein skaliertes Ziffernblatt. Eine Würfelsonnenuhr funktionierte zwar nach dem gleichen Prinzip, stellte die Zeit aber auf andere Art und Weise dar.

Fünf Uhren – eine Zeit
Eine Würfelsonnenuhr zeigte mit ihren Schattenwerfern gleich auf fünf Seiten die Uhrzeit an. Auf der Oberseite des Würfels befand sich die Horizontaluhr, mit der man die jeweilige Ortszeit ablesen konnte. Dafür musste der Winkel des Schattenwerfers dem Breitengrad des Standortes entsprechen. Auf der Vorderseite war die Vertikaluhr angebracht: Sie zeigte die Zeiten von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends an. Auf der rechten Würfelseite, der Ostuhr, las man die Uhrzeit am Vormittag ab. Nach 12 Uhr mittags musste die Zeit auf der linken Würfelseite, der Westuhr abgelesen werden. Auf der Rückseite des Würfels war zusätzlich eine weiter Uhr, die Norduhr, angebracht, mittels derer man die Sommerzeit sehen konnte.

Verzierte Zeit
Würfelsonnenuhren waren im 18. Jahrhundert als Tischuhren für den Gebrauch in den eigenen vier Wänden sehr beliebt. Die Würfelsonnenuhr, die auch im TECHNOSEUM zu sehen ist, stammt aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts und wurde in Augsburg von David Beringer (1756-1821), einem bekannten Kompassmacher und Hersteller von Sonnenuhren und Globen, gefertigt. 30 Exemplare wie diese sind heute noch bekannt. Die hölzerne Grundplatte hat eine Vertiefung, in der ein Kompass eingefasst ist, und trägt eine Säule mit verstellbarem Gelenk, auf dem der Würfel mit den fünf Uhren aufsitzt. Ein lotrecht hängendes Pendel dient dem Einstellen auf die jeweilige geographische Breite. Das Holz des Würfels ist mit Papier überklebt und verziert. Beringers Holzsonnenuhren waren dafür bekannt, dass er sie mit bedruckten Ziffernblättern überzog.

Wo im TECHNOSEUM? Auf der Ebene A im Bereich der Mannheimer Sternwarte.

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