Arbeitstiere auf dem Museumsgleis: Diesellok-Tausch am TECHNOSEUM

Seit der Eröffnung des Museums vor 28 Jahren war auf dem Museumsgleis eine grüne Diesellok im Einsatz, und zwar eine Gemeinder N50 von 1949. Sie diente vor allem als Rangier- und Ersatzmaschine, wenn die württembergische T3-Dampflok des Hauses nicht fahren konnte – etwa, wenn die Lokomotive technische Probleme hatte und repariert werden musste, was bei einem über 120 Jahre alten Fahrzeug durchaus mal vorkommen kann. Zuletzt war auch die Geminder N50 etwas in die Jahre gekommen und wurde im März durch eine jüngere Schwester ersetzt: Ab jetzt können die Besucherinnen und Besucher eine rote Köf II aus dem Jahr 1959 auf dem Museumsgleis erleben.

Gütertransport im Mannheimer Hafen
Beide Dieselloks sind wahre Arbeitstiere auf Schienen: Während die Gmeinder N50 10 maximal 15 Stundenkilometer schafft und über eine Zugkraft von 100 Tonnen verfügt, bringt die Köf II immerhin 45 Stundenkilometer und 300 Tonnen Zugkraft auf die Schiene. Beide Loks waren zuletzt in Großmühlen im Mannheimer Industriehafen im Einsatz, bevor sie ans Museum kamen. Damit symbolisieren sie auch ein Stück Stadtgeschichte. Gleichzeitig stehen sie für ein Kapitel in der Eisenbahngeschichte, das allmählich seinem Ende zugeht: Aufgrund der Rationalisierung des Schienenverkehrs fahren Züge immmer mehr im Verbund direkt zum Zielbahnhof – ein langwieriges Rangieren einzelner Waggons ist nicht länger notwendig.

Mit Schwerlastkran und Sattelschlepper
Der Lok-Austausch am TECHNOSEUM musste sorgfältig geplant werden: Die rote Diesellok wurde per Sattelschlapper nach Mannheim transportiert, dort mussten die beiden jeweils 10 und 17 Tonnen schweren Fahrzeuge mit einem Schwerlastkran angehoben werden. Da sich das Museum noch dazu in der Einflugschneise des Mannheimer Flughafens befindet, brauchte es sogar noch eine Genehmigung der deutschen Flugsicherung. Anschließend ging es dann für die grüne Diesellok per Sattelschlepper ins Depot des TECHNOSEUM, wo sie fachgerecht abgestellt wurde und sich eine längere Verschnaufpause redlich verdient hat.

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