Im TECHNOSEUM entdeckt: Das Magnetophon K 2

Schon der Name ist sperrig: Magnetophon K 2 – was wie eine Mischung aus Telefon und U-Boot klingt ist tatsächlich ein Tonbandgerät. Um genau zu sein: Das älteste noch erhaltene Tonbandgerät überhaupt. Eine richtige Rarität also, die in der Ausstellung zur Mediengeschichte entdeckt werden kann! Was heute hinsichtlich der Aufnahmequalität ein Smartphone besser erfüllt, bestand im Jahr 1936 aus vier sperrigen Teilen: Laufwerk, Verstärker, Lautsprecher und Mikrofon. Klirren und Rauschen waren inklusive, weshalb man auch ursprünglich der Meinung war, dass Magnetophone vor allem für die Aufzeichnung von Diktaten nützlich seien.

Die erste Konzert-Tonbandaufnahme der Welt
Das sollte sich aber schnell ändern: Am 19. November 1936 entstand im Ludwigshafener Feierabendhaus mit dem ausgestellten Magnetophon K 2 die weltweit erste Konzert-Tonbandaufnahme. Zu Gast war das Londoner Philharmonische Orchester unter der Leitung von Sir Thomas Beecham. Der war von der Tonbandaufnahme seines Konzerts scheinbar so verzückt, dass er im Anschluss das Dinner mit den NS-Funktionären vergessen haben soll.

Vom Draht zum Kunststoff-Tonband
Der Ort für die historische erste Konzertaufnahme mit Tonband ist kein Zufall. Denn die I.G. Farben Ludwigshafen (BASF) und die AEG arbeiteten schon seit 1932 an einem Magnetaufzeichnungssystem. Die AEG lieferte das Gerät, die I.G. Farben das Tonband. Schallaufzeichnung durch Magnetisierung gelang bereits 1898 Valdemar Poulsen mit Draht und 1928 Fritz Pfleumer mit Papierstreifen samt Stahlpulverbeschichtung. Die BASF entwickelte dann ein Kunststoff-Tonband und die AEG das erste funktionsfähige Tonbandgerät Magnetophon K 1. Der ältere Bruder des K 2 und alle Prototypen fielen aber dem Brand auf der Funkausstellung von 1935 zum Opfer.

Die Wachsscheibe hat ausgedient
Die Verwendung eines Magnetophons für Konzertaufnahmen weckte schließlich auch das Interesse der Rundfunkanstalten. Dort nutzte man bis dahin Wachsscheiben, wagte aber den Wechsel und stieg verstärkt auf die neue Aufnahmetechnik um.

Wo im TECHNOSEUM? Auf der Ebene F.

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