Im TECHNOSEUM entdeckt: Das Universalinstrument

Ist es ein Fernrohr? Was misst es mit seinen Achsen? Das Universalinstrument scheint ein Universalgenie zu sein.

In der Mannheimer Sternwarte gehörte ein Universalinstrument zu den wichtigsten Arbeitsutensilien. Das Universalinstrument diente den Astronomen dabei als Winkel-Messgerät, mit dem man höchst präzise Winkelmessungen in Azimut (= in der Horizontebene) und Höhe (= senkrecht zur Horizontebene) durchführen konnte. Das Azimut bezeichnet dabei den Winkel zwischen der Meridianebene und der Vertikalebene eines Gestirns. Der Astronom zählte dabei das Azimut von Süden bis Westen: Ein Gestirn im Süden hatte also ein Azimut von 0 Grad, ein Gestirn, das im Westen lag, ein Azimut von 90 Grad. In der Astrometrie, dem geometrischen Teilbereich der Astronomie, der sich mit der Messung und Berechnung von Gestirnspositionen und den Bezugssystemen der Gestirne beschäftigte, war das Universalinstrument nicht wegzudenken.

Original aus Dresden
Das Universalgerät, das im TECHNOSEUM zu sehen ist, ist ein Original aus der Zeit um 1900, das in Dresden von Gustav Heyde hergestellt wurde, und wiegt stolze 35 kg. Das Fernrohr, mit dem man die Gestirne anvisierte, ist horizontal und vertikal drehbar gelagert. Beide Drehwinkel (Azimut und Höhe) sind auf Skalen mit Lupen ablesbar. 1872 gründete Gustav Heyde seine Firma „Gustav Heyde – Mathematisch-mechanisches Institut Optische Präzisions-Werkstätte“. Die Firma konzentrierte sich zuerst auf optische Komponenten und fotografische Objektive, bevor sie Anfang des 20. Jahrhunderts astronomische Instrumente herstellte und sie weltweit vertrieb.

Wo im TECHNOSEUM?
Zu sehen auf der Ebene A im Bereich der Mannheimer Sternwarte.

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