Im TECHNOSEUM entdeckt: Chirurgisches Trepanationsset

Kopfschmerzen? Im 18. Jahrhundert waren einige Ärzte der Meinung, dass man den Druck im Kopf durch die Öffnung der Schädeldecke entfernen könnte. Insbesondere galt dies aber für Kopfschmerzen und andere Zustände, die nach Verletzungen des Schädels auftraten.

Der Begriff der Trepanation stammt aus dem Französischen und leitet sich vom Wort  „trépan“ ab, das „Bohrer“ bedeutet. In der Medizin beschreibt er operative Verfahren, bei denen knöcherne Räume, wie der Schädel, die Markknochen oder Zähne geöffnet werden. In der Neurochirurgie bezeichnet die Trepanation die Schädelöffnung.

Geschickte Chirurgen
Anhand von Knochenfunden haben Experten belegt, dass Menschen schon in prähistorischer Zeit Bohrungen in Schädeln vorgenommen haben. Über die Gründe wurden vielfältige Mutmaßungen angestellt: Wollte man so Dämonen austreiben, Initiationsriten durchführen oder dienten sie der Behandlung von Hirnblutungen? Eine Blütezeit erlebten diese Schädeloperationen vom 15. bis ins frühe 19. Jahrhundert. Nicht zuletzt konnten so durch Verletzungen des Schädels entstandene Knochenfragmente entfernt werden. Chirurgen gaben in Lehrbüchern genaue Anweisungen, wie die so genannten Trepanationen durchzuführen waren, unter anderem war dazu das richtige Werkzeug wichtig. Dennoch bezahlten etliche Patienten den Eingriff mit dem Leben, dies aber vor allem wegen mangelnder Hygiene.

Filigrane Instrumente
Zum chirurgischen Trepanationsset, das im TECHNOSEUM zu sehen ist und vom Londoner Hersteller Savigny & Company vermutlich zwischen 1840 und 1880 hergestellt wurde, gehören insgesamt acht Teile. Mit den zwei Kronen-Trepanen, die mit einer inwendigen Spitze und äußeren gezackten Ringen und Stielen versehen sind,  bohrte man kleinere Löcher in die Schädeldecke und trennte die Knochenscheibchen aus der Schädeldecke heraus. Der Hebel mit Griff diente dabei ebenso zum Heraustrennen wie ein Spatel und die Pinzette, die dem Set beiliegen. Mit der kleinen Bürste reinigte man schließlich die Bohrkanten. Alle Utensilien waren in einem quadratischen und abschließbaren Mahagonikästchen untergebracht, das edel mit dunkelblauem Samt ausgelegt war.

Wo im TECHNOSEUM? Zu sehen auf der Ebene B.

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